Der Löhndorfer Kräutergarten ist ca. 100 m² groß und liegt hinter dem Hof des Gemeindehauses "Alte Schule" in der Orsbeckstraße. Er wurde im Jahr 2001 nach fachkundlicher Planung von Frau Hilla Hatzfeld mit Hilfe naturheilkundlich begeisterter Dorfbewohner angelegt und gepflegt. Nach ihrem Wegzug Ende 2004 übernahm Detlev Meis, hauptberuflich Arzt für Naturheilkunde, die Pflege des Kräutergartens, den er seither immer weiter ergänzt und mit neuen Pflanzen aufstockt. Dabei wählt er bevorzugt Pflanzen aus der Region aus, um einen Querschnitt aus der Heilpflanzenflora des unteren Ahrtals zu erstellen.
Durchquert man den Hof des Gemeindehauses, liegt der Eingang zum Kräutergarten etwas versteckt zwischen schützenden Büschen und Bäumen. Vom Eingangstor aus hat man auch gleich den besten Überblick über die Anlage:
| Krankheitsbild | Heilkräuter (Beispiele) |
|---|---|
| Frauenleiden | Melisse, Frauenmantel, Schafgarbe |
| Herzbeschwerden | Herzgespann, Wolfstrapp, Maiglöckchen |
| Seelenleiden | Johanniskraut, Baldrian, Hopfen |
| Nierenerkrankungen | Brennnessel, Goldrute, Giersch |
| Magen- und Darmbeschwerden | Süßholz, Sauerampfer, Wilde Malve |
| Leber- und Gallenleiden | Eberwurz, Engelwurz, Schöllkraut |
| Rheuma und Gicht | Beinwell, Heilziest, Herbstzeitlose |
| Immunsystem und Erkältungen | Sonnenhut, Eibisch, Alant |
Direkt vor dem Eingangstor liefert ein Schaukasten (seit 2006) einen Überblick über die Aufteilung und die Bepflanzung. Der ortsansässige Künstler Alois Scheuer hat hierfür ein Plakat über die Anlage des Kräutergartens und außerdem noch zwei Hinweisschilder zum Kräutergarten gestaltet und gestiftet.
Der Kräutergarten wurde in Form eines achtspeichigen keltischen Rades gestaltet. Die „Nabe“ und die acht Teilflächen zwischen den Speichen sind mit insgesamt ca. 100 heimischen Heilkräutern bepflanzt. Die Speichen des Keltenrades bilden die Trittwege, die 2005 liebevoll in Handarbeit mit Natursteinen befestigt wurden. Eine der Speichen mündet in eine neunstufige Treppe, die zum Eingangstörchen führt, beides 2006 neu angelegt.
Die acht Teilflächen um die „Nabe“ sind nach Krankheitsbildern wie folgt geordnet und bepflanzt:
Eine Besonderheit bietet die „Nabe“ des Keltenrades, hier wachsen „Zauberpflanzen“, heimische Heilkräuter, denen man besondere Zauberkraft zugeschrieben hat, unter anderem die auch schon bei den Kelten bekannten Heilpflanzen wie Beifuß, Eisenkraut und Liebstöckel.
An den neun Stufen der Treppe wird die Systematik der Aufteilung in insges. neun Wirkungsfelder noch einmal aufgenommen: jede der Stufen ist zur Seite hin mit ausgewählten Pflanzen jeweils eines Krankheitsbildes bepflanzt.
Auch die Rose darf bei den Heilpflanzen nicht fehlen: am Fuß der Treppe schreitet man durch einen Rosenbogen, der mit Rosen in den Löhndorfer Farben weiß und rot bepflanzt wurde. So hat der Gärtner Meis, der auch schon mal als "Kräuterhexer" bezeichnet wurde, "den Bogen zum Rosendorf geschlagen".
Am Rand des Kräutergartens wurde eine kleine Blumenwiese angelegt, die noch ein paar Farbtupfer zusätzlich zu bieten hat und in der auch eine prächtige Mariendistel gedeiht. Schutz- und schattenspendende Büsche und Bäume wie z.B. der Holunder runden das Erscheinungsbild ab und viele Insektenarten nutzen das üppige Nahrungsangebot.
Das Licht einer kleinen Laterne taucht das Gärtchen auch in der Nacht in eine geheimnisvolle Stimmung und regt die Phantasie des Betrachters an.
Das ganze Kräutergartenprojekt wäre nicht so schön verwirklicht worden, wenn nicht viele mitangepackt hätten, denn alle Arbeiten werden ehrenamtlich erledigt. Ob es um einmalige oder wiederkehrende Arbeiten wie das schweißtreibende Umgraben oder das ständige Unkrautrupfen geht, ständig ist Hilfe gefragt und dank der funktionierenden Dorfgemeinschaft meist auch spontan verfügbar. Der Löhndorfer Ortsvorsteher Friedhelm Münch, der das Projekt initiiert hat, unterstützt die Weiterführung auf vielfältige Weise. Frau Hilla Hatzfeld sei an dieser Stelle für die Erstanlage und Pflege gedankt, sowie für die Durchführungen von Kräuterseminaren. Herrn Meis sei für die stetige Weiterentwicklung und sein Engagement gedankt und den fast täglichen Einsatz. Auch Manfred Knögel, dem Mitinitiator des Projektes, wird für vielfache tatkräftige Hilfe gedankt, sowie den Nachbarn Herrn Hüllen und Herrn Schmickler, die gerne einspringen, wenn Not am Mann ist. Förster Stefan Braun steht mit Rat und Tat zur Seite, wenn es ums Ergänzen des Bestandes mit einheimischen Wildkräutern geht. Herr Alois Scheuer hat neben der bereits erwähnten gestalterischen Unterstützung auch Photos gemacht, die den Kräutergarten in verschiedenen Entwicklungsstufen zeigen. Einige davon werden auch hier auf dieser Website zu sehen sein.
Unter dem Motto „Kultur im Dorf“ finden Kräuterführungen statt, bei denen über den Hintergrund des Kräuterrades, aber auch über die Wirkungen der Heilpflanzen ausführlich informiert wird. Dabei kann man ganz genau hinschauen und erfahren, "dat dat nicht nur Unkraut ist..."(s. auch Presseberichte, wie z.B. in der Rheinzeitung vom 20.04.02 über die Anfänge des Kräutergartens und über eine der Kräuterführungen in Sinzig im Blickpunkt vom 05.07.2006).